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„Und dann warst Du einfach weg!“ – Über den unfreiwilligen Abschied

Vor ein paar Wochen bekam ich eine bestürzende Mail. Eine liebe Kollegin ist tötlich verunglückt. Sie hatte verucht, ihre Mutter in den Bergen vor einem Absturz zu retten und ist dabei mit in die Tiefe gerissen worden. Beide sind tot.

Ich stehe in meiner Praxisküche und kann es nicht fassen. Obwohl ich Franscesca nicht besonders gut kannte, kann ich sie förmlich spüren, ihre Präsens, den runden Körper, ihre Fröhlichkeit und das ist das Wichtigste: ihre ehrliche Herzlichkeit. Was für ein Verlust. Weiterlesen

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„Lustvoll Mann Sein – Expeditionen ins Reich männlicher Sexualtität“ Eine Buchkritik

„Bist Du ein normaler Mann?“

Mit dieser Frage beginnen die Autoren des Buches „Lustvoll Mann Sein“ – Expeditionen ins Reich männlicher Sexualtiät, jedes ihrer 15 Interviews. Es kommen ganz unterschiedliche Männer zu Wort. Gemein ist ihnen, dass sie sich ausnahmslos auf den Weg gemacht haben, ihre Beziehungen, erotischen Bedürfnisse und Beschränkungen, ihre Konflikte und Ängste in der Sexualität zu reflektieren. Weiterlesen

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„Wer in Ihnen war da so sauer?“ – Teilearbeit in Eheberatung und Paartherapie der Erotik

„Wer in Ihnen war da so sauer?“ Mein Klient schaut mich fragend und leicht irritiert an. Ich wiederhole meine Frage.
„Wie meinen Sie das?“, fragt er zurück.  Das Paar hatte mir gerade eine Situation geschildert, die beide völlig unterschiedlich wahrgenommen hatten. Der Mann hatte gesagt: „Ich war ein bischen verärgert“ und die Frau hatte angemerkt: „Verärgert? Du warst voll akro, noch am nächsten Tag, ungenießbar!“

Ich merke an: „Es gibt offensichtlich mindestens zwei in Ihnen? Einer der ein bischen verärgert war und einen anderen, der richtig sauer war und das auch deutlich gezeigt hat. Deswegen meine Frage.“ Weiterlesen

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Vom „klugen“ Umgang mit Affären und Dreiecksbeziehungen

Vor einigen Tagen hörte ich: „Frau Jurgelucks, ich mag Ihre Texte, und ich lese sie von Anfang an. Ich finde mich in fast jedem Beitrag wieder (Als Beweis hatte mein Klient einige ausgedruckte Beiträge dabei), aber es ist ja deprimierend! In den letzten Beiträgen konnten Sie nicht mehr helfen. Das muss doch frustrierend sein!“

Ich dachte nach: Stimmt, in den letzten Beiträgen berichte ich von Fallgeschichten, die nicht gut ausgingen, und man könnte meinen, dass Paar- oder Sexualtherapie oft keinen Sinn mehr macht. Aber dem ist selbstverständlich nicht so. Weiterlesen

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Der Liebe eine Chance geben – Beziehungsglück ist erlernbar

In meinem letzten Beitrag hatte ich Ihnen ein paar hilfreiche „Regeln“ versprochen, die helfen können, Liebe und Partnerschaft dauerhaft leben zu können.

Zahlreiche gut verkäufliche Ratgeber wie „die Glücksformel“, „Liebe auf Dauer“, „Wie Partnerschaft gelingt“, „die sieben Geheimnisse der glückliche Ehe“ oder „die Vermessung der Liebe“ zeigen die Suche der Menschen nach dauerhaften Glück in der Partnerschaft.

Was eine Partnerschaft heutzutage stabil macht ist – im Vergleich zu früher – immer mehr die zwischenmenschliche Qualität der Beziehung, also die Beantwortung der Frage, ob die beiden Partner diese Beziehung als noch befriedigend erleben, ob einer den anderen noch spürbar liebt und sich vom anderen geliebt fühlt. Weiterlesen

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Wenn Kommunikation nicht verbindet, sondern trennt.

Ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche. Besonders beschäftigt hat mich ein Paar, das ich zum Anlass genommen habe, mich noch einmal eingehend mit John Gottmans fünf „apokalyptischen Reitern“ zu beschäftigen. Vielleicht kennen Sie John Gottman und seine Schriften über eheliche Kommunikation.
Gottman ist klinischer Psychologe und Professor der Psychologie. Er widmete sein gesamtes Arbeitsleben der der Partnerschaftserforschung und interessierte sich für Faktoren, die eine Ehe stabil machten. Dazu beobachtete er über 30 Jahre lang Paare, während sie in seinem Labor Konflikte lösten, und er entwickelte eine Methode, durch die er mit hoher Genauigkeit voraussagen konnte, ob ein Paar zuzammenblieb oder sich im Laufe der nächsten Jahre trennte. Weiterlesen

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Lieben oder Leben – ein Gastbeitrag meines ältesten Bruders

…bald bekomme ich Internet in meine Wohnung, und ich kann dann auch mal von der Ofenbank aus schreiben. Jetzt sitze ich im Wohlfühl-, Lümmel-, Ess-, Koch- und Blumenzimmer meiner Schwester Christiane in Karlsruhe und nutze das internetaffine Umfeld der Stadtmenschen. Weiterlesen

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Wozu brauchen wir noch Sex?

Einen Tag vor Heilig Abend auf der Jagd nach den letzten Weihnachtsgeschenken, fiel mein Blick auf das neue Buch von Jörg Zittlau, ein Wissenschaftsjournalist. Titel: Wer braucht denn noch Sex?
Hin und hergerissen betrachtete ich das Werk. Es ist nicht so, als hätte ich nichts mehr zu lesen. Die Vernünftige in mir, riet vom Kauf ab, aber die Neugierde siegte. Es passte gerade so gut in meine Stimmung, an meinem ersten freien Tag. Was war passiert? Weiterlesen

Wenn man nicht weiß, was man will – Die Morgenseiten, ein Schreibexperiment

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und noch immer habe ich für den Dezember keinen Beitrag geschrieben. Die Pflichtbewusste in mir, ich nenne sie gerne „Frau Rottenmeier“, ist unzufrieden. „Du kündigst auf Deiner Website an, dass Du jeden Monat einen Beitrag schreiben willst, und dann versuchtst Du Dich zu drücken. Das geht nicht! Ein wichtiger Teil Deiner Arbeit ist Verlässlichkeit. Deshalb musst Du jetzt schreiben, ob Du willst oder nicht.“ Weiterlesen

Warum geizen mit den Reizen – Von der Lust an der Verführung und der Scham, sich zu zeigen

1986 – Mein Abiturabschlussfest: Wir treffen uns in einem Lokal mit großer Bühne. Der Deutschleistungskurs, zu dem auch ich gehöre, hatte sich ein nettes Abendprogramm überlegt, welches unseren gemeinsamen und jetzt abgeschlossenen Schulalltag liebvoll auf die Schippe nimmt.  Alle Kollegiaten und LehrerInnen des Westfalen-Kollegs in Paderborn sind eingeladen, sich an unserem phantasievollen Programm zu erfreuen. Weiterlesen